Autogas (LPG) News Archiv April - November 2011
Im News Archiv finden Sie ältere Autogas / Flüssiggas (LPG) News und Tippsautogas-umruestungen.de informiert Sie fortlaufend über aktuelle Autogas / Flüssiggas Trends und Entwicklungen. Die neuesten Nachrichten finde Sie in unserer Rubrik Aktuelles: Autogas News und Tipps.
Autogas-Diesel-Zündstrahlgasaggregat scheitert an der Bürokratie
27. Oktober 2011

Foto: Versuchsfahrzeug von Goldschmitt techmobil AG und Partnern
Ein funktionstüchtiges Autogas-Diesel-Motor-Konzept ist an der Bürokratie gescheitert. Der in Höpfingen ansässige Anbieter für Speziallösungen am Fahrwerk
Goldschmitt techmobil AG
hat die von Ihr entwickelte umweltfreundliche Autogas-Diesel-Motor Technologie an einen russischen Investor abgegeben und die zugehörigen Patente gleich mit
veräußert. Zu unüberbrückbar schienen dem mittelständischen deutschen Unternehmen offenbar die bürokratischen Hürden
in Europa.
Fünf Jahre lang hatten die Goldschmitt techmobil AG, das Systemhaus für Maschinen- und Anlagenbau
Intec International GmbH
sowie Forscher der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Saarbrücken an Ihrem Konzept eines gleichzeitig mit Autogas und Diesel betriebenen Motors gearbeitet.
Nach Angaben des Unternehmenssprechers der Goldschmitt techmobil AG Joachim Sterz sind Produktion und Vertrieb eines Motors für ein
Autogas-Diesel-Kraftstoffgemisch nicht an technologischen Hürden gescheitert. Vielmehr seinen die Ergebnisse aus fünf Jahren Forschung am
Autogas-Diesel-Aggregat beeindruckend gewesen. Eine von den Partnern entwickelte elektronisch gesteuerte Einspritzung von Autogas in den
Diesel-Verbrennungsprozess konnte die Leistung der Dieselmotoren erheblich steigern. Belegen konnten dies die Goldschmitt Kfz-Meister bereits 2009. Damals knackten die
Höpfinger den Tempoweltrekord für Reisemobile indem Sie ein mit dem Gas-Diesel-Motor ausgestattetes Fahrzeug auf 207 Kilometer beschleunigten.
Das die Patente nun nach Russland verkauft wurden, begründet Sterz mit unüberbrückbaren bürokratischen Hürden ausgerechnet
im Autoland Deutschland.
"Wir bekommen in Deutschland keine Zulassung für den Motor, weil im deutschen Kfz-Steuerrecht ein derartiger Doppelbetrieb von zwei Energiearten nicht vorgesehen ist", wird Sterz in den
main-netz.de Nachrichten zitiert.
Anders als etwa eine von der Firma HEIM Technologies GmbH aus Bippen angebotene marktreife Autogas-Diesel-Anlage für Nutzfahrzeuge verschiedener Hersteller (siehe Gasotronic EcoCAN DIS III; ein vergleichbares Konzept wird auch von der
Huber Group kultiviert; siehe
Autogas Anlagen für Diesel-Fahrzeuge), die ebenfalls die Einblasung von Autogas in Dieselmotoren im Mischbetrieb elektronisch regelt,
erhielt die Konstruktion der Goldschmitt techmobil AG keine Zulassung. Bei der Konstruktion von Goldschmitt handelt es sich nicht um eine Autogas-Diesel-Anlage sondern ein sog. vollwertiges Zündstrahlgasaggregat, also
einen von vornherein auf den Mischbetrieb verschiedener Gase hin konstruierten Motor.
Nach Auffassung der Goldschmitt techmobil AG kann eine Gesetzesänderung nur in einer gemeinsamen Aktion mehrerer europäischer Kommissare, des Bundes-Verkehrs- und des Finanzministeriums sowie des Kraftfahrbundesamts, erreicht werden - eine offenbar unüberwindbare Hürde.
Thomas Heinze, Leiter des Instituts Automotive Powertrain an der HTW, sieht auf Jahre hin keine Chance, das Zündstrahlgasaggregat in Deutschland zu etablieren.
Das vollkommen unterschätztes Brennverfahren Zündstrahlgasaggregat werde man in den nächsten Jahren nicht auf deutschen
Straßen sehen bekräftigt der zuständige Projektleiter Volker Witte von der Saarbrücker Hochschule bei Bekanntgabe des Patentverkaufs.
Flüssiggasbranche in Deutschland für LPG-Energiewende gerüstet
18. Juli 2011

Foto: Flüssiggas-Kraftstoff Autogas auch ist auch in Zukunft günstig und verfügbar · Uwe Steinbrich / pixelio.de
Flüssiggas in Form des Alternativ-Kraftstoffs Autogas (LPG) treibt in Deutschland, Europa und Asien immer mehr Fahrzeuge an.
Nach einer Einschätzung des
Deutschen Verband Flüssiggas e.V. (DVFG) wird es in Deutschland 2015 mindestens 1,5 Millionen Fahrzeuge geben, die mit dem Alternativkraftstoff Autogas (LPG) angetrieben werden.
Doch auch in anderen europäischen Ländern wie Italien, Frankreich und Polen sowie insbesondere in Südkorea und der Türkei erlebt
Autogas einen ungeahnten Siegeszug.
Doch wer kennt schon die vielen anderen Anwendungsmöglichkeiten des günstigen und umweltfreundlichen Buton / Propan - Gasgemischs?
Zu den insbesondere unter Campingfreunden bekannten Anwendungsfeldern zählen Grills, Heizstahler und Gasleuchten. Insbesondere in Asien und großen
Teilen Afrikas wächst die Nachfragen nach sog. Campingas derzeit stark.
Doch der
Deutsche Verband Flüssiggas e.V. (DVFG) sieht die
wachsende weltweite Flüssiggas-Nachfrage gelassen. Nicht nur für neue Camping-Erlebnisse sondern auch für die Energiewende sieht der Verband
die Flüssiggasbranche in Deutschland gut gerüstet. Eine Mangelversorgung sei nicht zu befürchten. Im Gegenteil: Laut Hannes Richard, dem DVFG Vorsitzenden, ließen sich im Straßenverkehr und im Wärmemarkt durch die
Verwendung von Flüssiggas noch deutlich mehr Kohlendioxidemissionen im Vergleich zur Verwendung herkömmlicher fossiler Energieträger
einsparen.
Eine Ende Mai vom Energiekonzern
ExxonMobile veröffentlichte Energieprognose kommt zu dem Schluss, das trotz aller Bemühungen zur Emissionsreduzierung 2030
noch immer rund 90 Prozent der auf 44,2 Mio. geschätzten Pkw mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet sein werden.
Im Übergang zu anderen zur Verbrennung geeigneten Energieträgern wie Ethanol und Wasserstoff weisen die Exxon-Experten Autogas (LPG)
eine Schlüsselrolle zu. Mit rund 535.000 Autogas-Autos in Deutschland im Jahre 2015 bleibt die Exxon-Prognose zwar deutlich hinter der DVFG-Prognose von 1,5 Mio.
zurück, doch streichen beide Prognosen die Wichtigkeit von Flüssiggas als Eckpfeiler der Energiewende klar heraus. Bereits im
Februar 2011 betonte eine EU-Expertenkommission die herausragende Rolle von Autogas (LPG) im künftigen europäischen Energiemix (siehe News
EU-Expertenkommission betont tragende Rolle von Autogas (LPG) im
künftigen Energiemix).
Autogas Tipp: Ab wann rechnet sich eine Umrüstung auf Autogas (LPG)?
14. Juni 2011

Foto: Autogas Tank-Einfüllstutzen in der Stoßstange · Ronny Richert / pixelio.de
Hohe Benzinpreise sowie die verpatzte Einführung des E10-Kraftstoffs haben alternative Antriebe und Kraftstoffe wie Autogas (LPG) und
Erdgas (CNG) 2010 / 2011 bei Autofahrern noch beliebter gemacht. Das steht außer Frage. Dies belegen jetzt auch aktuelle Zahlen des
Energie Informationsdienst (EID).
Demnach ist Autogas ganz klar die Nummer eins unter den Alternativkraftstoffen in Deutschland. Wie Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zeigen, tankten von den vor dem 1. Januar 2011 in Deutschland zugelassenen 42,3 Millionen
Fahrzeugen 418.659 Fahrzeuge das Flüssiggas Autogas (LPG). Das entspricht einem Plus von 13,3 Prozent bzw. 49.229 Fahrzeugen gegenüber 2010.
Demgegenüber lagen Erdgas (CNG) mit nur 71.519 Fahrzeugen sowie der Hybrid-Antrieb mit 37.256 Autos weit abgeschlagen auf Platz 2 bzw. Platz 3 in der Rangfolge
der populärsten Alternativ-Antriebe in Deutschland. Elektroautos waren beim KBA am 1. Januar 2011 lediglich 2.307 registriert.
Doch bei aller Popularität von Autogas stellen sich viele Autofahrer die Frage: Wann rechnet sich eine Umrüstung auf Autogas für mich
ganz individuell?
Auf den ersten Blick macht eine Autogas-Umrüstung aus zweierlei Hinsicht Sinn: Es werden deutlich weniger Luft-Schadstoffe emittiert und die Fahrer sparen zudem allgemeinhin viel Geld gegenüber dem
Fahren mit Benzin. Dem Thema Autogas & Umwelt haben wir uns eingehend in der Rubrik Autogas und Umwelt gewidmet.
Vielfach treibende Kraft hinter Autogas-Umrüstungen sind jedoch die ständig steigenden Benzinkosten an den Zapfsäulen.
Trotzdem gilt es natürlich gerade bei den Kosten zu rechnen, denn eine Autogas-Umrüstung kann schon mal mit 1.800 bis 3.000 Euro zu Buche schlagen - je nach Art der Anlage und Anzahl der Zylinder
(siehe Preise und Kosten unserer Werkstattpartner).
Um Autofahrern eine Orientierungshilfe zu geben ab wann sich eine Umrüstung bei verschiedenen Modellen rechnet, hat der
ADAC
gerade eine Liste veröffentlicht, die die Amortisation einer Autogas-Umrüstung 50 besonders populärer Modelle untersucht.
Neben den Kosten für den Umbau (inkl. Material sowie TÜV-Abnahme) wurden sowohl die späteren Betriebskosten als auch das Sparpotenzial durch den geringeren Kraftstoffbreis
einbezogen. Das Ziel der Untersuchung war die Berechnung der jeweils nötigen Km-Laufleistung bei der sich die Umrüstung rechnet bzw. nach der das Sparen beginnt.
Das allgemein wenig überraschende Ergebnis: Bei konstant hohem Benzinbreis auf derzeitigem Marktniveau rechnet sich die Umrüstung
von durstigen Spritschluckern sehr schnell. So rechnet sich die Umrüstung eines Audi A8 4.2 bereits nach rund 37.000 gefahrenen Kilometern - und das
obwohl die Umrüstung von 8-Zylinder Motoren oft erheblich teurer ist als beispielsweise der Umbau von 4-Zylinder Motoren.
Bei weniger durstigen Fahrzeugen wie etwa Kleinwagen dauert es erheblich länger bis sich die Umrüstung auf Flüssiggas rechnet. Mit
einem Fiat Punto 1.2 8V müssen etwa 66.000 Kilometer zurück gelegt werden bis man im Plus fährt. Beim kleinen smart fortwo coupe
dauert es sogar 76.000 Kilometer. Im ADAC-Test ergeben sich somit erhebliche Unterschiede bei der erforderlichen Laufleistung bis zur Amortisation. Die Antwort auf Frage Wann
rechnet sich die Autogas-Umrüstung? ist also eine höchst individuelle.
In Summe scheint sich die Autogas-Umrüstung also für Vielfahrer oder Freunde sportlicher Autos besonders schnell zu rechnen.
Damit tritt Autogas besonders mit dem Diesel-Antrieb in Konkurrenz, denn auch beim Diesel rechnen sich die Mehrkosten für den Diesel-Motor erst nach
einer hinreichend groß Laufleistung. Dies gilt es bei Fahrzeug-Neukauf und einer immer größer werdenden Zahl von Fahrzeugmodellen mit Autogas-Anlage ab Werk
zu berücksichtigen.
Besitzt man bereits ein Fahrzeug mit Benzin-Motor, stellt sich eigentlich nur noch die Frage nach wie vielen Kilometern sich die Umrüstung lohnt.
Da die Autogas-Umrüstung direkt von den Variablen Benzinpreis, Laufleistung in KM sowie Kosten für Montage
und TÜV-Abnahme abhängt (Wartungskosten für Gasfilterwechsel und Anlagen-Prüfung liegen bei rund 60 Euro / Jahr und können vernachlässigt werden) kann der
individuelle Break-Even-Punkt mit Hilfe eines Wirtschaftlichkeitsrechners direkt berechnet werden. Den kostenlosen Wirtschaftlichkeits-Autogas-Rechner von
autogas-umruestungen.de finden Sie in der Rubrik Wirtschaftlichkeitsrechner. Damit können Sie berechnen
nach wie vielen Kilometern sich die Umrüstung Ihres Autos rechnet. Nicht abnehmen können wir Ihnen die Antwort auf die Frage wie lange Sie Ihre
alte Mühle noch fahren wollen.
Incentivi 2011: Italien fördert Gasumrüstungen 2011 mit 25 Mio. Euro
03. Mai 2011

Das Autogas in Deutschland steuerbegünstigt ist, hat sich inzwischen weitgehend herumgesprochen.
Mit dem
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
ist die Steuerbegünstigung für das Flüssiggas Autogas bis 2018 gesetzlich festgeschrieben.
Autogas (LPG) als Kraftstoff wird demnach mit weniger als 9,45 Cent pro Liter besteuert. Zum Vergleich: Pro Liter Benzin werden inkl. Ökosteuer-Anteil rund 65,5 Cent / Liter fällig. Die Bundesregierung fördert den umweltfreundlichen Alternativkraftstoff Autogas in Deutschland demnach mit einem niedrigen Mineralölsteuersatz.
In Bezug auf die Kfz-Steuer wirkt sich eine Autogas-Anlage nur gering bzw. gar nicht aus, denn in Deutschland ist die Steuer für PKW und Motorräder abhängig vom Hubraum des Motors,
weshalb sie bei einer Autogasanlage in der Regel gleich bleibt.
Einen anderen Weg geht man auch 2011 in Italien, denn hier sind Autogas-Umrüstungen im Rahmen des sogenannten Incentivi
wieder förderungsfähig. Für die Bezuschussung von Umrüstungen auf Autogas (LPG) - und Erdgas (CNG) - Antrieb in diesem Jahr wurden vom italienische Finanzministerium jetzt stolze
25 Mio. für 2011 bereitgestellt. Das italienische Modell fördert ausschließlich die nachträgliche Umrüstung. Die Incentivierung von
Neufahrzeugen mit Autogas-Anlage ab Werk ist nicht vorgesehen. Dass die Förderung ankommt, haben die italienischen Behörden bereits
registriert. Alleine 2009 wurden dank vergleichbarer Förderung mehr als 170.000 Fahrezeuge auf Autogas- oder Erdgas-Antrieb umgerüstet.
Die jetzt bereitgestellten 25 Mio. Euro für 2011 reichen nach Einschätzung großer Hersteller von Gaskomponenten für die
Förderung von rund 50.000 Fahrzeugumbauten. Für die Fahrzeughalter bedeutet dies eine wesentliche Ersparnis. Zudem wird durch die
Maßnahme eine rechnerische Reduzierung des Klimakillers Co2 um rund 40.000 Tonnen erzielt.
Mehr über die Vorteile von Autogas als Alternativkraftstoff erfahren Sie unter Vorteile der Autogas-Umrüstung.
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Ältere Autogas / LPG News und Tipps finden Sie im Autogas News Archiv Januar bis März 2011.
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